Oberschenkelzerrung - Informationen und Ratgeber

Muskelzerrungen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen, wobei Sportarten, die schnelle und abrupte Bewegungen erfordern, schneller zu Zerrungen führen. Besonders häufig ist der Oberschenkel betroffen, was sich an einem ansteigenden Schmerz beim Laufen oder Gehen bemerkbar macht. Um keinen Muskelfaserriss zu riskieren, sind die notwendigen Sofortmaßnahmen unmittelbar anzuwenden.

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Symptome, Diagnostik und Sofortmaßnahmen

Muskelzerrungen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen, wobei Sportarten, die schnelle und abrupte Bewegungen erfordern, schneller zu Zerrungen führen. Besonders häufig ist der Oberschenkel betroffen, was sich an einem ansteigenden Schmerz beim Laufen oder Gehen bemerkbar macht. Um keinen Muskelfaserriss zu riskieren, sind die notwendigen Sofortmaßnahmen unmittelbar anzuwenden.

Vom leichten Ziehen zum Dauerschmerz
Bei einer Zerrung handelt es sich um die Schutzreaktion des betroffenen Muskels auf eine überdehnung oder überbeanspruchung. Der Muskel zieht sich reflektorisch zusammen und verhärtet. Symptomatisch machen sich Zerrungen durch ein Brennen oder Ziehen und sich steigernde Schmerzen bemerkbar. Da die Zerrung nach dem Muskelkater eine frühe Stufe in einer Reihe von Muskelverletzungen sein kann, sollte der Betroffene sofort reagieren, um einem Muskelfaserriss oder gar einem Muskelriss vorzubeugen. Eine Oberschenkelzerrung kommt meist im hinteren Teil des Muskels vor, kann aber auch andere Teile der Muskulatur betreffen. Im Unterschied zum Muskelfaserriss wird eine Oberschenkelzerrung meist später bemerkt, die im weiteren Verlauf beim Beugen oder Strecken des Beines krampfartige Schmerzen verursacht. Je schneller man jetzt adäquat auf die Symptome reagiert, desto kürzer ist die Regenerationszeit.

Diagnostik: Zerrung oder Muskelfaserriss
Die eindeutige Diagnostik einer Oberschenkelzerrung erfolgt in Abgrenzung zu den Symptomen eines Muskelfaserrisses. Treten keine Einblutungen in Form von blauen Flecken auf, ist der Beinmuskel nicht verletzt, sondern gezerrt und somit vollständig heilbar. Die Voraussetzung dafür ist jedoch eine mehrtägige Auszeit, während der nur leichte Bewegungen und Dehnungen erlaubt sind, die keine akuten Schmerzen verursachen. Regelmäßiges Kühlen beeinflusst den Heilungsverlauf positiv. Erst nach einer vollständigen Lösung der Verkrampfung besteht keine Gefahr mehr für Muskelfaserrisse. Die Ausheilung nimmt Wochen oder sogar mehrere Monate in Anspruch.


Behandlung und Vorbeugung

In der sportmedizinischen Praxis unterscheidet man verschiedene Schweregrade der Oberschenkelzerrung. Behandlung und Vorbeugung einer neuen Zerrung richten sich nach dem Ausmaß der Schädigung, der sportlichen Leistungsfähigkeit des Betroffenen und dem Leistungsniveau, das der Betroffene nach dem Ausheilen der Oberschenkelzerrung erreichen muss, um seine volle Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen.

Richtig handeln bei akuter Oberschenkelzerrung
In der Zeit zwischen dem Auftreten der Zerrung und der ärztlichen Behandlung wird oft viel falsch gemacht.:
  1. Zuallererst sollte der Betroffene bei plötzlich auftretenden Schmerzen (vor allem in der Oberschenkelrückseite) jede weitere sportliche Tätigkeit unterlassen. Wärmeanwendungen sind nicht angebracht, da sie die Durchblutung des verletzten Muskels erhöhen und so Schwellung und Schmerz Vorschub leisten. Der verletzte Muskel sollte stattdessen mit Eis, Coolpacks oder Wasser gekühlt werden, wobei eine Hochlagerung des Beins zur Linderung der Schmerzen beiträgt.
  2. Die wichtigste Maßnahme in der Akutphase ist eine Entlastung der betroffenen Muskeln. Entlastung ist jedoch nicht mit totaler Ruhigstellung zu verwechseln. Um den Heilungsprozess zu unterstützen, sollte der Betroffene das Bein bewegen, allerdings ohne Belastung und schmerzfrei. In der Regel werden die Patienten mit Unterarmgehstützen versorgt, um das Bein zu entlasten.
  3. Auch von Massagen und passiven Dehnungen der Muskulatur sollte der Betroffene für mindestens drei Wochen Abstand nehmen.
  4. In den ersten Tagen lindern Salben, Tapeverbände und Elektrotherapie die Muskelspannung und den Schmerz. Ab dem vierten Tag sind Bewegungsübungen unter physiotherapeutischer oder sportmedizinischer Anleitung erlaubt. Hier unterstützen Reizstrom oder Ultraschall den Heilungsprozess.
Sportrisiko Oberschenkelzerrung - wie beugt man vor?
Richtiges Aufwärmen und Dehnen vor der sportlichen Belastung ist die beste Vorbeugung gegen Oberschenkelzerrungen. Darüber hinaus gilt: Je besser Kraft, Koordination und Ausdauer eines Muskels sind, desto geringer ist das Verletzungsrisiko. Regelmäßiges Training reduziert das Risiko einer Zerrung deutlich. Außerdem sollte jeder Freizeitsportler seine Leistungsgrenzen kennen. Eine erschöpfte Muskulatur ist schlecht koordiniert und nicht imstande, mit plötzlichen Krafteinwirkungen fertig zu werden. Der Sportler sollte daher auch wissen, wann Schluss ist, und nicht jenseits seiner Leistungsgrenzen Sport treiben: eine typische Ursache für die Oberschenkelzerrung im Sport ist die überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit.


Ursachen einer Oberschenkelzerrung

Wirkt auf eine angespannte Oberschenkelmuskulatur eine Kraft ein, die einen gespannten Muskel plötzlich dehnt, kommt es zu einer Oberschenkelzerrung. Die Ursachen für diesen Verletzungsmechanismus liegen häufig im Sport, meist ist hier die Rückseite des Oberschenkels betroffen. Doch auch im Alltag können plötzlich auftretende, ungünstige Belastungen Oberschenkelzerrungen verursachen.

Oberschenkelzerrung durch plötzlich auftretende Belastungen
Die Muskelgruppe, die von der Oberschenkelzerrung am häufigsten betroffen ist, verläuft vom Sitzbeinhöcker zu beiden Seiten des Kniegelenks. Sie fungiert im Hüftgelenk als Streckmuskulatur (bewegt das Bein nach hinten) und beugt das Knie. Vor allem aber sorgt sie für Stabilität beim Gehen und Laufen und unterstützt die Bänder des Knies, indem die flexible Muskelmasse plötzlich auftretende Kräfte auffängt und so die Krafteinwirkung auf Gelenkkapsel und Bänder reduziert.
Besonders dort, wo hohe Belastungen auftreten, etwa bei schnellen Richtungswechseln beim Laufen oder bei Stürzen, ist die Belastungs- und Elastizitätsgrenze der Muskulatur schnell erreicht. übersteigt die Krafteinwirkung auf den Muskel seine eigene Kraft, wird er überdehnt. Je nachdem, wie stark diese Krafteinwirkung ausfällt, treten verschiedene Grade der Schädigung auf. In manchen Fällen wird auch das Kapsel- und Bandgewebe in Mitleidenschaft gezogen, sodass es zu Kombinationsverletzungen kommt: Muskelfaserrissen und Kapsel- oder Banddehnung.

Oberschenkelzerrung: Ursachen in Kraft, Koordination und Technik
Während auf der einen Seite physikalische Faktoren für die Entstehung einer Oberschenkelzerrung verantwortlich sind, spielen auf der anderen Seite die körperlichen Voraussetzungen des Betroffenen eine Rolle:
Es spielt also nicht nur die Physik des Verletzungsmechanismus eine Rolle, sondern auch die neuromuskuläre Leistungsfähigkeit des Sportlers - ein wichtiger Punkt bei der Vorbeugung gegen Oberschenkelzerrungen.

Die PECH-Methode als Sofortmaßnahme

Als Sofortmaßnahme hat sich die sogenannte PECH-Methode bewährt:
  1. Pause
  2. Eis
  3. Compression
  4. Hochlagern
Unabhängig davon, ob es sich um eine Zerrung oder bereits um einen Muskelfaserriss handelt, sollte das betroffene Bein sofort ruhig gestellt, hochgelegt und der Oberschenkel mit Eiskompressen gekühlt werden. Das Eis schränkt entstandene Blutungen ein und verhindert die Ausbreitung von Entzündungsreaktionen. Zur Verhinderung von Gewebeschäden sollte es aber nie direkten Kontakt mit der Haut haben.

Disclaimer: Wenn sie Schmerzen oder Beschwerden haben, sich unwohl fühlen dann gehen sie zu einem Arzt oder rufen sie umgehend den Notruf 112. Diese Seite ersetzt keinen Arztbesuch und übernimmt keine Verantwortung für ihre Gesundheit. Impressum & Kontakt